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Martinskirche, Wimmis

Im 10. oder 11. Jahrhundert wurde an Stelle von Vorgängerbauten eine dreischiffige Kirche im romanischen Stil errichtet. Die drei Apsiden mit Blendbögen und Lisenen erinnern an lombardische Vorbilder.

Das Langhaus ist durch zwei Pfeilerreihen in drei Schiffe unterteilt. 1450 wurden die Seitenschiffe erhöht und der Kirchenraum mit einem Tonnengewölbe abgeschlossen. Die Rechteckfenster des Schiffs sind aus dem 17. Jahrhundert oder jünger. 1951 erhielt der quadratische Turm einen neuen Helm und mit der Renovation 1964 durch E. und U. Indermühle die Westseite eine neue Vorhalle.

Die 1924 nach Entwürfen von Ernst Linck entstandenen Glasmalereien zeigen im Mittelfenster der grossen Apsis Martin, mit dem Schwert seinen Mantel entzweischneidend, im Nordfenster den Reformator Berchtold Haller mit aufgeschlagener Bibel und Abendmahlskelch.

Teile der aus dem 15. Jahrhundert stammenden Wandmalereien wurden im 20. Jahrhundert freigelegt. Auf der Empore die Kreuztragung: links Christus, am Seil geführt von einem Soldaten, rechts die gefesselten Schächer, deren T-förmige Kreuze (ägyptische Kreuze) von Knechten geschleppt und aufgerichtet werden, in der Mitte ein Soldat, dem ein Jude die zur Hinrichtung erforderliche Leiter tragen hilft. Im Chor auf der Kalotte der mittleren Apsis der thronende Christus inmitten einer sternübersäten Glorie.

Der spätgotische Taufstein wurde zwischen 1552 und 1557 geschaffen. Eingehauen sind die Wappen des Kastlans Ludwig von Büren und des Pfarrers Andreas Wolf.

Die Kanzel mit den Holzeinlegearbeiten trägt die Jahrzahl 1672. Sie stammt wohl aus der gleichen Werkstatt wie diejenige der Kirche Reutigen. Die Orgel wurde 1963 von Orgelbau Genf AG eingebaut.

Im Turm hängen vier Glocken: Sie wurden 1951 anlässlich der Turmrenovation von Rüetschi Aarau gegossen.
Stimmung: f’ – as’ – b’ – c

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