3

Marienkirche, Därstetten

Die Kirche Därstetten ist von ihrem Ursprung her Teil eines Augustiner Chorherrenstifts, das die Freiherren von Weissenburg gestiftet hatten. Mönche erkannten es als eine Verpflichtung, auf den wenig begehrten Schattenseiten des Tales etwas aufzubauen. Der lange Baukörper erklärt sich durch die ursprüngliche Aufteilung der Kirche in einen öffentlichen und einen den Mönchen vorbehaltenen Teil. Später gehörte das Stift als Priorat zum Augustinerkloster Interlaken. Es wurde 1486 aufgehoben.

Die Kirche ist nach Osten ausgerichtet, am Frühlingsanfang erscheint die Sonne mitten im Chorfenster! Der regionstypische Turm wurde 1926 von Architekt Karl Indermühle gestaltet.

Die heutige Kirche stammt im Kern wohl aus dem 12. Jahrhundert, wurde im 15. Jahrhundert zur Saalkirche umgebaut mit eingezogenem, spätromanischem Rechteckchor und nördlich angeordnetem Turm (besteht heute nicht mehr). Chor, Schiff und Sakristei sind je eigene Körper unter schwach geneigten Satteldächern.

Die Chorherrenpforte mit perspektivischer Quadermalerei und Spruch stammt aus dem 15. Jahrhundert.

Von den Malereien aus dem 14. Jahrhundert sind nur ein Christophorus und an der Nordwand ein dreiteiliges Stifterbild erhalten. In der Mitte ist Maria mit dem Jesuskind zu erkennen. Maria galt den Menschen des Mittelalters als Vorbild im Hören auf Gott. Zu ihren Füssen kniet Propst Ulrich, der Stifter. Maria wird von zwei nicht identifizierbaren Bischöfen flankiert.

Schlichte Kanzel aus dem späten 18. Jahrhundert. Der Taufstein ist eine Nachbildung desjenigen von 1571.

Charakteristischer, überdachter Vorplatz mit aufrecht gestellten Flusskieseln gepflästert.

Orgel von 1941 von Kuhn Männedorf (frühere Instrumente 1830 und 1908).

Glocken gestiftet von der Burgergemeinde, 1867 von Jakob Keller, Zürich-Unterstrass.
Stimmung: b’– d’’ – f’’

Zurück zur Übersicht

zoom