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Stephanskirche, St. Stephan

Die Kirche war bis 1525 Filiale von Zweisimmen. Sie ist dem Soldaten Stephanus als Überlebendem der Thebäischen Legion geweiht. In der Kirche ist auch der gemäss Apostelgeschichte gesteinigte Stephanus dargestellt.

Schiff wohl 12. Jahrhundert an Stelle eines wesentlich kleineren Vorgängerbaus. Turm und Polygonalchor 15. Jahrhundert. 1966 - 68 restauriert. Glockenstube und Helm 1604 von Jakob Wolet.

1968 Triumphbogen rekonstruiert. Leicht aus der Achse abgedrehter Chor mit dreifach gebrochener Bretterdecke und spätgotischen Flachschnitzfriesen um 1480. Erneute Bautätigkeit in den Jahren 1601 - 1603:
• der bisher dreischiffige Raum neu mit Tonnengewölbe
• Fenster erheblich vergrössert
• Im Chor Fotoreproduktionen der ursprünglichen Farbfenster
(Originale im Musée de Cluny, Paris)
• Bibelsprüche an den Wänden
• Grisaille-Arabesken und Ornamente

Übrige Rahmenmalerei 2. Hälfte 17. Jahrhundert; Blumenornamente 18. Jahrhundert. 1778 Einbau einer Empore mit Orgel von Joseph Anton Mooser aus Fribourg (1731 - 1792). Sie ist das einzige erhaltene Werk dieses Meisters. Orgel restauriert 1941.

Drei Heiligenfiguren mit je einer Stifterfigur an der Turmwand rechts: Maria mit dem Kind, Johannes der Täufer, Stephanus mit Steinen in den Händen. Darunter Nische, in der seine Reliquien ausgestellt waren. Taufstein Anfang 17. Jahrhundert.

Die Glocke am Ausgang ist von 1642 von Hans Christoph Klely, Fribourg. Sie hing früher im alten Schulhaus Matten. Der Klang der Glocke mit den sieben Salviablättern soll Heilung bringen.

Vier sehr verschiedene Glocken: eine aus der Gotik von 1438 von Hans von Miltenberg und Klaus von Kraggöw, eine aus dem 15. Jahrhundert unbekannter Herkunft, eine aus der Renaissance von 1572 von Franz Sermund, Bern, eine aus dem Barock von 1717 von Samuel Hunkeler und Daniel Sutermeister, Zofingen. Sie bilden ein reichhaltiges, klanglich dissonantes, aber unverwechselbares Ensemble.
Stimmung: e’- gis’ – ais’ – cis’’

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