Das von der Saane durchflossene Gebiet war ursprünglich von Galloromanen bewohnt, die franco-provenzalisch sprachen. Im Hochmittelalter drangen Alemannen ein. Kirchlicher Mittelpunkt war das um 1080 gegründete Cluniazenser- Priorat Rougemont (siehe Pays-d’Enhaut). Die Saaner Talleute waren in einem mittelalterlichen Landschaftsverband zusammengeschlossen, kauften sich 1455 von Zehntenabgaben frei und genossen eine unabhängige Stellung. 1555 ging bei der Teilung der ehemaligen Grafschaft Greyerz das Saanenland an Bern über. 1556 wurde die Reformation eingeführt. Ein Berner Patrizier verwaltete als Landvogt vom säkularisierten Priorat Rougemont aus das zweisprachige Saanenland (Deutsch- und Welsch-Saanen). Seit 1798 gehören nur noch die deutschsprachigen Kirchgemeinden Saanen-Gsteig und Lauenen zu Bern (siehe S. 63).

Die Saaner Talleute betrieben Säumerei, Alpkäserei und Viehzucht. Sie exportierten Kühe, Ziegen und Käse. Einer der ersten haltbaren, über weite Distanzen transportierbaren Hartkäse entstand wohl hier. Der Käse aus Saanen ist der Ahne von Sbrinz, Gruyère und Emmentaler. Der Bau der Montreux-Oberland- Bahn 1905 stiess die touristische Entwicklung an, erleichterte den Käsetransport und ermöglichte den Export von Holz und Holzprodukten.