Lenk - Zälg - Gruebi - Guetebrunne - Wyssebachli

Der Obersimmentaler Hausweg führt entlang eindrücklicher Gebäude mit hoher Zimmermannskunst und prächtiger Fassadenmalerei. Diese sind Ausdruck des grossen Reichtums, den die Zucht und der Export der inzwischen weltbekannten Simmentaler Kühe früh schon in das sonnige Bergtal brachten.

Die Wegstrecke von Lenk - Zälg - Gruebi - Guetebrunne - Wyssebachli beinhaltet zehn herausragende Gebäude.

An jedem Haus angebrachte Tafeln informieren über Alter, Architektur und Besonderheiten. Der Hausweg, teils auf Naturpfaden, teils über Asphaltsträsschen mit wenig Verkehr, verläuft teilweise entlang der Lötschberger-Linie Spiez–Zweisimmen, so dass die Möglichkeit besteht die Wanderung abzukürzen (https://fahrplan.bls.ch/).

Wegstrecke Lenk - Zälg - Gruebi - Guetebrunne - Wyssebachli ca. 13 km

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Nr. 912, vor 1520. Bauernhaus mit Heidenkreuz. Die ursprüngliche Disposition dieses Hauses war vermutlich einraumtief, d.h. die Küche lag wie die beiden Stuben auf der Frontseite. (Zum "Heidenkreuz" im Giebel vgl. Zweisimmen, Mannried, Nr. 178).
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Nr. 901, um 1800. Gut erhaltenes, schönes Bauernhaus in unverdorbener Lage. Wohnteil und Scheune sind, wie in der Ägerte, hintereinander angeordnet; das Haus ist quergeteilt und ausschliesslich Blockbau. An der Lenk weicht die für das Simmental und das Saanenland seit dem Spätmittelalter typische Mischbauweise allmählich dem reinen Blockbau, wie er im übrigen Oberland, ja im ganzen alpinen Raum, üblich ist. Streng symmetrische Fassade mit stark plastischem Dekor.
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Nr. 793, datiert 1774, renoviert 1968, "Jägerhaus". Zimmermeister Peter Reittler für Heintzman Treuthart und Anna Winkler. Kleines quergeteiltes Bauernhaus; ins alte Schwemmland der Simme eingetieft, wirkt deshalb geduckt. Mischkonstruktion, frontseitige Stubenwand ersetzt. An der Hauptfassade hervorragende Malereien im "jüngeren Simmentaler Malstil", ausserordentlich feingliedrige Blüten- und Blattkränze, grosse und dichte Vasensprossen an den Blockkonsolen. An den Stirnseiten der Trauflauben sowie in den beiden äusseren Kartuschen der Gadenwand Jagdbilder. In der zweiten Hälfte des 18.Jahrhunderts entstehen im oberen Simmental mehrere, auffallend ähnliche Jagdszenen, die vermutlich vom gleichen Meister geschaffen worden sind (vgl. Hausweg 39 Lenk/Guetebrunne, und andere).
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Grossi Zälg Nr. 789, 2. Hälfte 18. Jhdt. Hübsches Wohnhaus in Mischbauweise, symmetrische Fassade mit feinem geschnitztem Dekor. Einzelne Reste einer grossflächigen Malerei noch sichtbar. Stubenfenster vergrössert.
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Grossi Zälg Nr. 786, 2. Hälfte 18. Jhdt. Schönes Wohnhaus in Mischbauweise, symmetrischer Fassade mit reichem geschnitztem Dekor. Auffällige Profillinien der Blockkonsolen. Stubenfenster vergrössert.
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Rotebach Nr. 762, datiert 1742, restauriert nach 1945. Werkmeister Bendicht Jaggi. Quergeteiltes Bauernhaus, Blockbau. Symmetrische Fassade mit zurückhaltenden Schnitzereien, Malereien im "älteren Simmentaler Malstil" und frühen Anklängen an die Motive der "Lenker Gruppe". Stubenfenster nachträglich vergrössert.
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Grünebüel Nr. 722, datiert 1873. Zimmermeister Chr. Buchs und seine namentlich erwähnten Gehilfen für Ch. Siegfried und Katharina Rieder. In erstaunlich traditioneller Form errichtetes Bauernhaus auf einem zweigeschossigen Sockel, wie er im Berner Oberland nur selten vorkommt. Die Bauinschrift in schwarzer Fraktur auf auffälliger, weisser Schrifttafel.
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Gruebi Nr. 479, datiert 1780. Werkmeister Peter Kreistler (Christeler) für Wachtmeister Peter Buchs und Margretha Schleppi. Ehemaliges Bauernhaus, heute Ferienhaus, grössere Veränderungen. Reiner Blockbau. Das Haus weist mit zentraler Küche und flankierenden Stuben einen sonst nur auf der Vorsassstufe bekannten Grundriss auf. Bemerkenswerte plastische Zier, auffällige und gut erhaltene Malereien in der Art der "Lenker Gruppe" (vgl. Haus Nr. 1041, Lenk/Aegerte und Nr. 1142, Lenk/Guetebrunne).
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Gütsch Nr. 1186, datiert 1742, restauriert 1982 und 1991. Baumeister Bendicht Jaggi für Kirchmeier Caspar Drachsel und Anna Marggi. Schönes, längsgeordnetes und südorientiertes Bauernhaus. In der symmetrischen Fassade mehrere geschnitzte Friese, im Giebel und auf der Gadenwand eine Bauinschrift in reicher Frakturschrift; auffällige Profillinien der Blockkonsolen. 1982 Ersatz des Stubengeschosses und Neukonstruktion der talseitigen Trauflauben und der Quergiebel.
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Gütsch Nr. 1142, datiert 1777, unsachgemäss restauriert 1905; Wiederherstellung 1971. Werkmeister Christen Welte für "Kirchmeier und Chorrichter Peter Bowee und Benedichta Martig". Prächtig gelegenes Wohnhaus in Mischbauweise mit einer streng symmetrischen Fassade und sehr reichem Dekor. Die Malereien (Wappenschilde und grosse pflanzliche Motive) gehören der "Lenker Gruppe" an (vgl. Haus Nr. 1041, Lenk /Aegerte); bemerkenswert hier auch die Jagdszenen auf den Stirnseiten der Trauflauben (vgl. "Jägerhaus" in Lenk/Oberried). Einige Schritte südlich davon schönes Beispiel eines nach Frutiger Art längsgeteilten Bauernhauses (Nr. 1143, dat. 1777).