Simmentaler Hausweg

 

Der Simmentaler Hausweg führt entlang eindrücklicher Gebäude mit hoher Zimmermannskunst und prächtiger Fassadenmalerei. Diese sind Ausdruck des grossen Reichtums, den die Zucht und der Export der inzwischen weltbekannten Simmentaler Kühe früh schon in das sonnige Bergtal brachten.

An jedem Haus angebrachte Tafeln informieren über Alter, Architektur und Besonderheiten. Der Hausweg, teils auf Naturpfaden, teils über Asphaltsträsschen mit wenig Verkehr, verläuft teilweise entlang der Lötschberger-Linie Spiez–Zweisimmen, so dass die Möglichkeit besteht die Wanderung abzukürzen (www.loetschberger.ch/fahrplan).


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Die spärliche Burgruine Eichstalden liegt auf einem Felsgrat bei Seeweid am alten Simmentalweg und riegelt zusammen mit der Schattenburg und der Simmenegg das Simmental ab.
Die Ruine Simmenegg liegt auf einem Felskamm hoch über der Simme. Sie riegelt zusammen mit der Schattenburg und Eichstalden das Simmental ab. 1276 war „Simieta“ ein kaiserliches Lehen, das in der Folge verschiedenen einheimischen Geschlechtern gehörte, 1450 wird Simmenegg der Kastlanei Zweisimmen einverleibt und ihrem Schicksal überlassen.
Mittelalterliche Kirche, dem Heiligen Mauritius geweiht. Nach dem Brand von 1840 mit neuer Innenausstattung wieder hergestellt. Heutiger Turmhelm von 1964. Längsrechteckiges, etwas gedrungen wirkendes Schiff mit leicht geknicktem Satteldach, rundbogigen Fenstergewändern aus Tuffstein und gemalten Eckquadern. Portalvorhalle mit Säulen. Im Innern Holztonnengewölbe im Schiff, hölzernes Kreuzgratgewölbe im Chor.
Gedeckte Holzbrücke von 1996, die den Vorgängerbau ersetzt. Vom Vorgängerbau zu sehen sind noch die Widerlager aus zugehauenen Bruchsteinblöcken.
Die Kirche bildet mit Pfarrhaus und Waschhaus ein historisches Ensemble, ursprünglich Teil des einstigen Augustiner-Chorherrenstifts.
Schlichte Saalkirche aus dem 12. Jahrhundert, ursprünglich der Heiligen Maria geweiht. Ausladendes Vordach, Turm mit Spitzhelm von 1926. Heutige Erscheinung des Kirchenschiffs mit Flachdecke, Rechteckchor und Empore auf mehrere Umbauphasen, zuletzt im 17. Jahrhundert, zurückzuführen. Bedeutende Wandmalereien aus dem 13. / 14. Jahrhundert. Chorherrenpforte mit Quadermalerei und Inschrift.
Burg und Städtchen Weissenburg lagen zwischen Simme und Bunschenbach. Die Anlage wurde 1228 erstmals urkundlich erwähnt. Sie war der Stammsitz der Herren von Weissenburg. Die von Brandis verkauften alle von den Weissenburgern geerbten Güter 1439 den Bernern. Möglicherweise bestand ein Torturm beim Übergang über die Simme. Im 19. Jahrhundert diente die Ruine als Steinbruch. Teile der Südmauer und des Turms sind noch erhalten.
Die alte Simmentalstrasse führt durch den äusseren Burghof.
Die Burgruine liegt auf einem steilen Felzahn im Burgholz. Die Burg wird in Urkunden als Kronburg, Kronegg oder Kronenburg erwähnt. In Schöpfs Landkarte von 1565 ist sie bereits als Ruine eingezeichnet. Nach 1740 dient die Burg als Steinbruch für die Erweiterung des Schlosses Wimmis (Südtrakt).
Nur noch wenige Mauerreste lassen auf dem bewaldeten Felssporn im Melzenboden eine Burganlage („Grafenstein“?) oder einen Wohnturm am alten Simmentalweg erkennen.
Ein markant abgestuftes Wiesenplateau ist etwa 30 über der Simme in Latterbach sichtbar. Es handelt sich vermutlich um die Spuren einer Holzburg aus der Zeit der Völkerwanderung und nicht um ein römisches Kastell, wie der aus jüngerer Zeit stammende Name suggeriert.
Die Kirche steht auf einer terrassierten, von einer 1823 erstellten Bruchsteinmauer gestützten Geländestufe des Pfrundhubels. Im Kern romanische Saalkirche aus dem 11. Jahrhundert, dem Heiligen Michael geweiht. Mächtiger Spitzhelm aus dem 15. Jahrhundert, restauriert 2010. Um 1420 in der Art einer Bilderbibel ausgemalt, 1962 restauriert. Heutige Erscheinung des Kirchenschiffs mit hölzernem Tonnendach, Empore, Gestühl und Kanzel von 1787.
Östlich des Chors Kirchentreppe ("Kirchbrücke") von 1816 unter langgezogenem halb abgewalmten Dach. Tragsystem als einfaches Hängewerk.
Die steinerne Burg war das Zentrum der Herrschaft der Freiherren von Erlenbach (als „Arlunbach“ erstmals 1133 urkundlich erwähnt). Auf dem Pfrundhubel westlich des Primarschulhauses sind heute noch Teile des Turmfundamentes, der Ringmauer und des Burggrabens sichtbar.
Gedeckte Holzbrücke auf Widerlagern aus rustikal behauenen Kalksteinquadern. Als doppeltes Hängewerk konstruiert, halb abgewalmtes Satteldach mit offenem Dachstuhl, erbaut 1934.
1825 im Zusammenhang mit dem Bau der damals neuen, heute "alten" Landstrasse erstellte gedeckte Holzbrücke mit Widerlagern aus Hausteinblöcken aus Alpenkalk.
Eisenbahn-Viadukt von 1900. Sorgfältig aus rustizierenden Kalksteinen gefügte Bogenbrücke in leicht gebogener Linienführung mit 5 zentralen Bogenstellungen zwischen langen, massiven Brückenköpfen.
Die Kirche stammt im Kern aus dem 13. Jahrhundert. Sie steht in einem grosszügig angelegten Kirchgarten und bildet mit dem Pfarrbesitz ein eindrucksvolles bauliches Ensemble.
Spätromanischer Rechteckchor. Turm mit zwei Zifferblättern und Glockenlaube unter oktogonalem, geknickten Spitzhelm.
Eisenbahn-Viadukt von 1900, direkt südlich der Haltestelle Enge. Sorgfältig aus rustizierenden Kalksteinen gefügte Bogenbrücke über eine Geländemulde südlich der Siedlung Buusche. Das Bauwerk besteht aus zwei Stichbogen über einem niedrigen, zentralen Pfeilersockel.
Im Volksmund heisst die Schattenburg auch „Festi“. Zusammen mit Eichstalden und Simmenegg riegelte sie das Simmental ab. Wem sie diente, ist nicht überliefert. Noch um 1930 soll ein Torbogen sichtbar gewesen sein. Heute ist nur noch der Verlauf der Ringmauer und Gebäudefundamente gut zu erkennen. Die Ruine liegt auf einer wegen ihrer Gefährlichkeit praktisch unzugänglichen Felsrippe oberhalb Wöschbrunnen.
Das Weissenburgbad war ein Thermalbad in der Gemeinde Därstetten. Es liegt auf einer sonnigen Terrasse im Buuschetal, einem Seitenarm des Simmentals. Entdeckt wurde die Thermalquelle um 1600 durch Antoni Bacher und schon bald empfing man die ersten Badegäste. 1694 ersetzte ein Badehaus die einfachen Hütten. Im 19. Jahrhundert erlebte das Kuranstalt Weissenburg einen grossen Aufschwung, in den beiden Kurhäusern konnten bis zu 170 Gäste untergebracht werden. Nach den beiden Weltkriegen begann der Niedergang der renommierten Kuranstalt. 1974 fiel das ruinöse Luxushotel einem Brand zum Opfer.
Die gedeckte Holzbrücke quert die Simme, in diesem Bereich Grenze zwischen den Gemeinden Oberwil und Därstetten. Die Brücke wurde 1936 erbaut. Sie ruht auf Widerlagern aus bossierten Kalksteinquadern. Mehrfaches Hängewerk unter Dreiviertelwalmdach. Quer dazu Steinbrücke über den Buuschenbach.
Bahnhof und Güterschuppen sind als Ständerkonstruktion unter einem steilen Satteldach ausgeführt. Die ehemals ocker gefasste Front ist spätklassizistisch geprägt. Zierkonsolen und Giebelbretter in Schweizer Holzstil sowie die angebaute offene Wartehalle mit zierlichen Vierkantpfeilern ergänzen den wohlproportionierten Bau, der an der 1902 neu eröffneten Bahnlinie steht.
Das Aborthäuschen von 1902 wurde 2000 in ein Brunnenhaus umgewandelt. Die zierliche Ständerkonstruktion ruht auf einem teilweise gemauerten Sockel, der den Terrainsprung aufnimmt. Bundbalken aus scherenschnittartigen Sägemotiven im Schweizer Holzstil. An der westlichen Längsseite befindet sich der Schlussstein des Gewölbes der ehemaligen Weissenburger Quellfassung von 1604.
Die Eisenbahnbrücke wurde 1912 erstellt. Sie quert den tiefen Einschnitt des Buuschebaches, der an dieser Stelle die Gemeindegrenze zwischen Oberwil i. S. und Därstetten bildet. Sie besteht aus zwei mit Rundbogen aufgebrochenen Widerlagern und zwei hohen Strebepfeilern, allesamt mit rustizierenden Kalksteinen verkleidet. Auf diesen lastet ein genieteter Fachwerkträger.
Die Kirche mit lombardischen Bauelementen steht gut sichtbar auf dem Hügelrücken unterhalb des Schlosses. Sie ist dem Hl. Martin geweiht und eine der legendären zwölf Thunerseekirchen.
Die romanische, ursprünglich dreischiffige Kirche mit drei Apsiden wurde im 10. Jahrhundert errichtet und im 14. und 15. Jahrhundert in eine Saalkirche umgewandelt und mit Wandmalereien ausgestattet. Der Turmhelm wurde 1951 rekonstruiert.
Der Pintelhügel östlich von Wimmis war schon in prähistorischer Zeit besiedelt: Eisenzeitliches Erdwerk, dann frühmittelalterlicher Fronhof mit Holzturm. Sicht auf die Strättligburg.
Im späten Mittelalter weithin sichtbarer Galgen von Wimmis. Zur gleichen Zeit auf dem südlichen Grat ein Wachtfeuer, sogenannter „Chutzen“. Noch 1709 wird von einem Wachthaus mit schadhaftem Dach berichtet.
Westlich der Burg, in der Port, durchbricht die Simme den Kalkriegel zwischen Simmenfluh und Burgfluh. Südlich der Burgfluh führte der Saumweg über die Spissen ins Simmental. Vielleicht stand auf dem östlichen Felssporn in der Burgfluh bereits zur Römerzeit Wachtturm. 933 wird von der Erbauung einer Burg zu „Vindmis“ berichtet. Im 13. Jahrhundert sind die Burg und das südöstlich vorgelagerte befestigte Stedtli Wimmis das Machtzentrum der Weissenburger. 1449 geht Wimmis zusammen mit Weissenburg, Erlenbach, Diemtigen und Reutigen an Bern über. In der Burg wird eine Kastlanei eingerichtet. Der hochmittelalterliche Bergfried mit dem zweigeschossigen Palas ist der älteste Teil. Der lange, gedeckte Treppenaufgang vom spätgotischen Tor an der Schlossgasse stammt vom Ende des 16. Jahrhunderts. Um 1745 erhält das Schloss Wimmis seine heutige Gestalt.
In der Spissi findet sich die Letzi mit der verschwundenen Kramburg als befestigter Tordurchgang am alten Simmentalweg. Die Letzi stammt aus dem 14. Jahrhundert, wurde mehrmals umgebaut und verstärkt. Die Kramburg und die Letzi bildeten zusammen eine weissenburgische Sperranlage am alten Simmentalweg. Die Kramburg diente nach 1715 als Steinbruch für die Erweiterung des Schlosses Wimmis. Bis um 1960 waren noch die Fundamente eines 10 m dicken Rundturms zu erkennen. Am höchsten Punkt der Spissi entstand 1942 die noch sichtbare Panzersperre mit Geschützstellungen.
Brücke über die Simme von 1766, als Ritter’sche Steinbogenbrücke bezeichnet. Die Bogensteine aus Kalkstein sind mit Tuffsteinen übermauert und verzahnt. Darüber steht eine Brüstung aus Bruchsteinen mit Kalksteinen abgedeckt. Die Eisenklammern auf den Bogenstirnen sind schon auf den Plänen von Ritter eingezeichnet.
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Haus Ast (Unterdorfstrasse 2), erbaut um 1800, renoviert 1956 und 1991. Stattlicher reiner Blockbau mit massivem Sockelgeschoss. Ausgewogene, breitgelagerte Fassade. Wellen- und Würfelfriese. Flachschnitzereien, Farbakzente in rot, weiss, grün und schwarz. Vornehm wirkende traufseitige Freitreppe. Die rückseitig integrierte Scheune mit Tenn und das Ründi-Stöckli zeigen mittelländischen Einfluss.

Schiefwinklig jenseits der Unterdorfstrasse 1A: Ständer-/Blockbau von 1627, 1705 durch Stubenanbau verbreitert.

Auf der gleichen Unterdorfstrassenseite 10, kleines Haus, erbaut Mitte 16. Jahrhundert mit ursprünglich winzigen Gadenfenstern.

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Haus Sury (Unterdorfstrasse 31/33), erbaut 1759 als Bauernhaus für Isaac Lörtscher Chorrichter und Maria Ulmann sein Ehgemahl mit reicher Spruch-, Wappen- und Rankenbemalung. Heute Doppelwohnhaus.
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Kräftig gegliederter Blockbau von 1762, Wohnteil reich mit Friesen verziert. Freitreppe mit Kalksteinstufen. Mehrzweckhaus (Stall und Wohnteil unter einem Dach). Sogenannter „Frutigtyp“ (Haus längs des Firstes in Wohn- und Wirtschaftsteil geteilt).
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Erbaut 1534 und 1544 mit „Heidenkreuz“ (Firstpfosten mit seitlichen Verstrebungen, Wülsten und Rillen), ältestes erhaltenes Wohnhaus in Wimmis, umgebaut und renoviert 1982/83.
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Mühlenanlage (Mühligasse 6 & 8) erbaut entlang des ursprünglich offenen Dorfbachs. Mühle von 1702 (Nr. 6): aufragender Ständerbau mit geknicktem Viertelwalmdach. Giebellaube als Vordachkonstruktion. Vertikale Betriebsanlage mit sog. Sackaufzug. Kanal und Wasserrad ursprünglich an der Rückseite des Obergeschosses.
Mühlestöckli von 1827 (Nr. 8): Ständerbau mit Einzelfenstern, Dach mit Gehrschilden. Der Bau steht im spitzen Winkel zur Mühle, damit entsteht in der Mühlegasse ein kleiner Platz.
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Bauernhaus (Platzweg 1), erbaut 1687 von Zimmermeister Bendicht Bäller von Watenwil für Johann Schmid der Zit Obman und Susanna Schwingruber, sein Hausfrou. Neue Einzelfenster aus der Biedermeierzeit, erste Hälfte 19. Jahrhundert. Reiche Antiquainschriften, ab 1907 Pension "Burgfluh", heute Wohnhaus, restauriert 1987.

Gegenüber an der Oberdorfstrasse 18: Kleines Simmentalerhaus von 1657, Pfettenköpfe als stilisierte Tierschnauzen profiliert, rot-schwarze Antiquainschrift. Sternmotiv an Pfettenunterseite. Radornamente mit Lilienstäben im Giebelfeld.

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Das Haus (Nr. 714) wurde 1738 vermutlich von Zimmermeister Christian Wolet für Christen Jantzs und Susana Hildtbrand erbaut. Eindrückliches Beispiel simmentalischer Zimmermannskunst und Hausmalerei an der Süd- und der Nordfassade. Reines Wohnhaus auf Mauersockel, Stubengeschoss Ständerbau, Gadengeschoss Blockbau. Die symmetrische Giebelfassade mit frontaler Freitreppe zeigt ein virtuoses ornamentales Spiel mit plastischer Akzentuierung von Schwellen, Bünden, Simsen, Gwätt und Konsolen. Steigerung der Gesamtwirkung durch die farbige Fassung des Zimmermannsschmuckes; dazu gemalte Blumengebilde, Tiere, Wappen und reiche Frakturinschriften. Die David-und-Goliath-Darstellung an der Südfront weist auf den Adelbodner Maler Stephan Allenbach (1707-1779) hin.
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Das 1689 von Zimmermeister Michael Räber für Christen Hiltbrand und Elsbeth Agenstein erbaute Haus (Nr. 682), zeigt einen Stubenanbau aus der Bauzeit, 1972 erneuert. Schwarz gefasste, gekerbte Antiqua- und Frakturschriften begleiten das auf Würfel und Rauten beschränkte rot-schwarze Schnitzwerk.

Nördlich davon ein Haus mit der Jahreszahl 1516 am Flugfirst und damit die älteste Datierung im Berner Oberland (Nr. 685).

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Das Haus (Nr. 692) wurde 1737 von Zimmermeister Christian Wolet für Wachtmeister Jacob Agestein und Margret Regets erbaut. 1973 umfassend umgebaut. Giebeldreieck original erhalten. Übrige Fassade mit Malereien und Inschriften nach dem Vorbild des 1745 vom gleichen Zimmermeister erbauten Eichstaldens ob Boltigen erneuert (vgl. Hausweg 22).
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Ründihaus (Nr. 6/6A) von 1792, erbaut für Jakob Reber. Südorientiertes Wohnhaus in Ständer-/Blockbau. Trotz des hohen Krüppelwalmdaches nur zwei voll ausgebildete Holzgeschosse. Reich verziert (Friese, filigrane Bundkopf-Konsolen, Block-Konsolen).
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"Heidehus" (Nr. 429/429A), dendrochronologisch datiert auf 1491/92, mehrfach umgebaut. Das Haus weist über der Frontlaube ein 3,8 m auskragendes Vordach auf, das von einem "Heidenkreuz" und einem durchzäpften Ankerbalken nach Ständerbauweise getragen wird. Die Mischung mit Blockbauelementen ergibt ein archaisches Unikum.
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Das Haus (Nr. 420) wurde um 1771 von Zimmermeister Hans Messerli erbaut, in gepflegter Handwerkstradition mit spätbarockem Gestaltungswillen, mit Ofenhaus, Scheune und Brunnen.
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1630 von Zimmermeister Hans Wolet erbaut, trägt das Haus rot-schwarze Rauten und kleine Antiquainschrift (Nr. 335/335A). Es bildet mit der neu erbauten Scheune einen Paarhof. Beachtenswert die Trauflaube mit Zugang zur Küche.
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Das Haus wurde 1631 von Hans Wolet "dem Jungen" erbaut (Nr. 336/336A). Die Zimmermeisterdynastie Wolet kann bis 1745 (siehe Hausweg 22) verfolgt werden. Die spezifische Zimmermannsmalerei zeigt Lilien, Werkzeug-Schablonenmotive, Antiquainschriften in eigenwilliger Orthographie und rot-schwarzer Fassung des Schnitzwerkes (Wappenschild mit Bär, Kreismotive, Lilien und Breitaxt).
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Das Haus (Nr. 334/334A) wurde 1655 von Stäfen Bärgman, dem bedeutendsten Zimmermeister des 17. Jahrhunderts, für Bendicht Schumacher und Madlena Büler erstellt. Frühe barocke, die ganze Schaufront belebende Verzierungen.

Hinweis: Von Wiler gelangt man über die Hauswegnummer 27A oberhalb der Station Därstetten nach Nidflue (Terrassenweg Hausweg 28 bis 31).
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1756 von Zimmermeister Hans Messerli für Hans und Christen Knutti und deren Ehefrauen gebaut, gilt das "Knuttihaus" (Nr. 47) mit der auffälligen traufseitigen Freitreppe und Eingangstür als berühmtester Simmentalerbau. Vermutlich von Stephan Allenbach bemalt. Untersicht mit Sternenhimmel. Ebenfalls im Originalzustand präsentiert sich die Fensterordnung. Malerei und marmorierte Rafen wurden zuletzt 1980 und 2002 teilweise renoviert. Aus den aufwendigen Inneneinrichtungen sticht die Sonntagsstube mit intarsierten Türen und eingebautem Buffet hervor. Der Solothurner Anton Schwaller malte 1760 die Bilder direkt auf die Flecklingswände.
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Das Haus (Nr. 161) wurde 1759 von Zimmermeister Hans Messerli für Salome und Madlena Mani erbaut und mit feinen Skulpturen überzogen. Malerei und Spruchweisheit der Südfassade werden Stephan Allenbach zugeschrieben, die Nordfassade Antoni Schwaller, der auch die Sonntagsstube in diesem Haus mit figürlichen Malereien versehen hat. Die Nordfassade ist nicht nach Simmentaler Tradition gemalt, sondern in europäischer "gängiger" spätbarocker Dekorationsmalerei. Einmalig für das Oberland sind die beiden "Fenstergucker" und die Türfigur. Stellen sie die Mani-Töchter dar?
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Ehemaliges Wohnhaus (Nr. 219) mit Gerichtsstube von 1758, ab 1884 Hotel Imobersteg, heute Hotel Simmenthal, regionaltypisch gemischt konstruierter Bau mit respräsentativem Anspruch. Dieses frühe Beispiel eines Hauses mit Teilwalmdach ersetzte 1758 ein Haus aus dem 17. Jahrhundert, worauf antiquabeschriftete Bauteile auf der Traufseite hinweisen. Um- und Anbauten aus dem 19. und 20. Jahrhundert.
19A
Das 1697 erbaute Gebäude (Nr. 225) ist ein stattlich breit angelegter Bau mit regionaltypisch gemischter Konstruktion. Kreisornamente und Pflanzenmotive im Kalligraphenstil. Über dem Gaden zweizeiliges Schriftband in gemalter Fraktur.
19B
Hotel Bären (Nr. 214), verputzter Riegbau mit Ründi.
Gegenüber "Villa Lichtenhahn" (Nr. 226), kubischer Putzbau mit Mansarddach, erbaut um 1830.
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Am unteren Dorfausgang um 1820 erbautes Ründihaus (Nr. 227/28) mit elf Achsen. Spätes Beispiel barocker Tradition, jedoch reiner Ständerbau mit Einzelfenstern. Ursprünglich Grauanstrich, um Steinbauweise vorzutäuschen (bei der Fassadensanierung 1989 entfernt).
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Bauernhaus, heute Doppelhaus (Nr. 85/86), erbaut 1655 von Zimmermeister Stäfen Bärgman für Hans Danner und Anna Bettler, zeigt eine symmetrische Fassade sowie mit Fratzenkonsolen gestützte Vorkrage beider Geschosse. Dazu reiche Zimmermannsmalerei und gekerbte rot-schwarz gefasste Antiquainschriften. Die Proportionen sind von klassischer Harmonie, geschnitzter und gemalter Schmuck setzen Akzente mit künstlerischer Sicherheit.
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Dieses Bauernhaus (Nr. 46), erbaut 1745 von Zimmermeister Christian Wolet für Hans Matti und Susanna Lehnherrin, ist eines der schönsten bemalten Häuser des Simmentals. Die flächendeckende Bemalung sowie die in Versen gefasste Frakturinschrift weisen auf Stephan Allenbach hin: Die Jahrzahl Sich belaufft aufs fünff und Vierzigst Jahr Das in der Ordnung folgt auf Tausend-siebenhundert als alle Welt voll Krieg Und jeder sich Verwundert Das Nur die Schweitz allein in Ruh und Friede War (Zweiter Schlesischer Krieg). Vor dem Haus Eichstalden finden sich Reste einer gleichnamigen Burg. Die Burgruine Simmenegg sitzt auf dem schmalen Felssporn unterhalb, hart an der Talstrasse.
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Nahe der Haltestelle Engi treffen wir auf eine Streusiedlung mit gut erhaltenem Baubestand und Holzbrücke (Nr. 315).

Dicht dabei lassen Wasserzubringer und Mauer eine ehemalige Mühle (Nr. 270) erkennen.

Weiter Richtung Oberwil "A der Zälg" Nr. 258, erbaut 1806 von Zimmermeister Hans Messerli.

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Pension Hirschen (Nr. 265), 1793 erstmals urkundlich erwähnt (Baujahr unbekannt) und 1987 mit viel Verständnis für die alte Bausubstanz erneuert. Galt als willkommene Säumerherberge zwischen Weissenburg und Boltigen. Der Raum über der Gerichtsstube wird bis heute Säumergaden genannt.
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Bauernhaus von 1754 (Nr. 140), 1922 umgebaut, in den fünfziger Jahren durch Christian Rubi restauriert und neu bemalt. Seltenes Beispiel eines weitgehend erhaltenen originalen Stubengeschosses.
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"Vennerhaus" (Nr. 201), Ständer-/Blockbau mit abgewalmtem, steilem Satteldach und Sparrenknechten auf weit ausholenden Blockkonsolen. Erbaut 1757 von Baumeister Ulrich Ulrich, Maurermeister Hans Im Obersteg und Zimmermeister Hans Messerli für Jakob Joneli derzeit Landesvener, und Margret Regetz sein Ehegemahlin /Anna Joneli Ihr Töchterlin. Die Inschrift zählt alle Mitarbeiter namentlich auf. Einmalig ist die Inschrift auf der Schwelle: Der Maler Allenbach als ein armer Tropf dem Meister Amrein als ein listiger Kopf gar wohl behilflich war mit malen und Farb reiben, dass er wohl soll die Meisterschaft haben. Die vielfarbige Malerei ist flächendeckend und zeigt, nebst der grosszügigen Krönung im Giebel mit den Wappen Joneli und Regetz, Füllhörner, Blumen, Rebstöcke, Kartuschen und Ranken, sowie die farbige Fassung der stark plastisch geschnitzten Bauteile. Die reichen Frakturen verschiedener Schriftgrade - von der monumentalen auf der Gadenbrust bis zu zierlichen in den Kartuschen - enthalten nebst der Baudokumentation Verse dieses Malers und Poeten Stephan Allenbach (Zitat aus der Kirche Adelboden). Auch hier gibt es eine Sonntagsstube. Das Stubenwerk wurde um 1900 erneuert und verändert (Einzelfenster). Grosse Renovation 2007, besonders des Stubengeschosses.
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Das Haus (Nr. 184) wurde 1667 von Zimmermeister Stäfen Bärgman erbaut.

Talauswärts, in der romantischen Buuscheschlucht, finden sich Überreste des einst mondänen Weissenburg-Bades.

27A
Wer an der Station Därstetten den Terrassenweg in Nidflue erreichen will, trifft nach wenigen hundert Metern als Erstes auf dieses Bauernhaus von 1718 (Nr. 191). Kräftig skulpierte oder flach geschnitzte Friese und Inschriftenbänder überspannen die Wandflächen. Wappen-, Tier- und Pflanzenmotive finden sich im Oberbau.
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Das Haus (Nr. 305B) wurde 1739 von Bendicht Messerli und seinem Sohn (dem nachmaligen Hans Messerli, vgl. Literatur) für Michel Teuscher erbaut. Als oberstes Haus in Nidflue präsentiert es sich im Originalzustand und in seinen ursprünglichen Proportionen (zwei Stuben breites Haus ohne Stubenanbauten, auf geschosshohem Sockel).
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Das 1726 erbaute Haus (Nr. 305), wurde schon 1750 durch Stubenanbauten erweitert, was die Zahl der Stubenfenster von 14 auf 21 anwachsen liess. Kellereingänge mit Rundbogentüren und Holzgittern. Blumenmalereien und die Darstellung von Daniel in der Löwengrube zeichnen es besonders aus. Abgebildet auf der 30-Rappen-Marke der mehrfarbigen Architekturserie 1973.
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Das Haus (Nr. 309) wurde 1642 von Zimmermeister Stäfen Bärgman für Jacob Kiniman und Ana Mani erbaut. Die Fassade vereinigt alle Merkmale des Künstlers in sich, der aus der Bautradition heraus Fassaden von individuellem Zuschnitt gestaltet hat (vgl. Hausweg 16 und 21). Mehrere Sockelrenovationen.
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Trotz des Baujahrs 1713 ist das Haus (Nr. 314/15) baulich noch dem 17. Jahrhundert verpflichtet. Malereien weisen aber bereits in die barocke Zukunft des 18. Jahrhunderts. Quergiebelausbau 1948 bis 1952. Letztmals 2010 renovierte Sockelmalerei. Eigentümer war bis 1990 der Altmeister Bernischer Haus- und Volkskunde, Christian Rubi (1899-1990). Ausklang des kalligraphischen und Anfänge des Simmentaler Malstils. Vielfältige Kerbschnitzereien und Malereien von Christian Rubi im Innern. Im Kellergeschoss Spuren eines Töpferlagers (Wanderverkauf).

Daneben Blockbauspeicher (Nr. ...) mit Steildach von 1578. Der Erhaltung wegen von Steffisburg hierher versetzt.

31A
"Haus Zurbrügg" (Nr. 496), erbaut 1801, Mischkonstruktion auf gemauertem Kellersockel. Wirkungsvolle kleinteilige Sprossenfenster. Aufwendig renoviert 2010/12.
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Das Haus (Nr. 491/491A) wurde 1693 von Hans Messerli für Jacob Ueltschi erbaut und ist das einzige bemalte Haus auf Balzenberg. Spuren von Sockelmalereien nachempfindend wiederhergestellt.
Talauswärts in Eschlen zwei wohlproportionierte Häuser von Hans Messerli (Nr. 475 und 476).
Dicht am Strässchen ein ehemaliger Ofenhaus-Speicher mit Ründi, erbaut 1784, renoviert 1975 (Nr. 475A).
32A
Das dendrochronologisch auf 1534 datierte Haus (Nr. 467), mit eingebautem Speicher von 1691, ist heute als Wohnhaus mit Atelier genutzt. Raumstruktur weitgehend intakt, Täferstuben mit profiliertem Unterzug. Renovation und Innenausbau von 2001 sind vorbildlich.
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Das 1784 von einem unbekannten Zimmermeister erbaute Haus (Nr. 458), ist heute oberstes Haus der Dauersiedlung auf 1000 m. Vornehmer Bau an stolzer Lage. Bis in die Details (Fenster, Türen, Steinbeläge, Garten) aufs sorgfältigste gestaltet.
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Das Haus (Nr. 249) wurde 1765 von Zimmermeister Michael Teuscher für Johannes Sulliger und Margreth Stucki erbaut. Üppig gestaltete Frakturinschrift, renoviert 1988. Wenig unterhalb stattliches Ründihaus (Nr. 234/35), erbaut um 1800.
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Das "Vépyhaus" (Nr. 305) ist eine prächtige Mischkonstruktion. Der Baukörper ist noch der Simmentaler Tradition verpflichtet, aber bereits mit steilem Ründidach überfangen. 1766 erbaut von Zimmermeister Hans Messerli. Bemalter, aber nur teilweise restaurierter Giebel mit Wappen und Dachhimmel.
Rechts davon: "Regezhaus" (Nr. 304), Ständerbau mit Ründi, 2-armige Freitreppe.
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Gasthaus Linde (Nr. 303), traditioneller Ständer-/Blockbau von Hans Messerli für Jacob Schneider, Magdalena Walthart und ihre Kinder.
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Wohnhaus (Nr. 319/319A), seit Mitte 19. Jh. Postgebäude.
Gegenüber die "Krone" (Nr. 309), erbaut in zwei Etappen 1820/40 und um 1880, biedermeierlich verputzter Riegbau unter Walmdach mit intakten Innenräumen aus der Bauzeit.
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"Platzhaus" (Nr. 317) wurde um 1780 auf zweigeschossigem Sockel mit grossem Käsekeller und Salzerwohnung erbaut. Ständer-/Blockbau.
Das Platzhaus bildet mit dem rechtwinklig dazu stehenden Nachbarhaus "Uf em Platz" (Nr. 316/316A), einem ursprünglich reinen Blockbau von 1595, einen kleinen Platz.
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"Agensteinhaus", ehemaliges Bauernhaus, Nr. 321, dendrodatiert 1766, wurde 1869 bis 1881 teilweise als Krankenanstalt genutzt, renoviert 1985, 2012 neu mit Schindeln eingedeckt. Erbaut von Zimmermeister Hans Messerli für Wachtmeister Agenstein, Ständer-/Blockbau, original erhaltener Bretterkamin über rekonstruiertem Feuerhaus. Vollständig erhaltene hohe Stuben und niedrige Gadenräume. Markant gegliedertes und beschnitztes Haus.
Seit 1987 Talmuseum, das eine ausgezeichnete Sammlung zu Talgeschichte, Zimmermannskunst sowie Bergland- und Alpwirtschaft zeigt.