Von Weissenburg nach Erlenbach, Talweg via Haus 17

Der Simmentaler Hausweg führt entlang eindrücklicher Gebäude mit hoher Zimmermannskunst und prächtiger Fassadenmalerei. Diese sind Ausdruck des grossen Reichtums, den die Zucht und der Export der inzwischen weltbekannten Simmentaler Kühe früh schon in das sonnige Bergtal brachten.

Die Wegstrecke von Weissenburg nach Erlenbach beinhaltet herausragende Gebäude. In Därstetten ist insbesondere das 1756 erbaute "Knuttihaus" (Hausweg 17) zu bestaunen, das vermutlich von Stephan Allenbach bemalt wurde, mit einer Untersicht mit Sternenhimmel.
Die Häuser entlang dieser Wegstrecke zeigen die Zimmermannskunst von der Zimmermeisterdynastie Wolet, die bis ins Jahr 1745 verfolgt werden kann (siehe Hausweg 22), und der beiden Zimmermeister Hans Messerli und <i>Stäfen Bärgman</i>, dem bedeutendsten Zimmermeister des 17. Jahrhunderts.
In Erlenbach bietet sich ein Besuch des Agensteinhauses (Hausweg 39) an, seit 1987 Talmuseum, um einmal einen Einblick in das Innere eines Bauernhauses zu gewinnen. Auch der Blick in die Kirche mit gut erhaltenen Wandmalereien empfiehlt sich.

Die Strecke von Weissenburg nach Erlenbach kann als Talweg oder Terrassenweg zurückgelegt werden. Die hier beschriebene Strecke führt durchs Tal, teilweise entlang der Simme. In Därstetten kann jedoch auch auf den Terrassenweg gewechselt werden.
An jedem Haus angebrachte Tafeln informieren über Alter, Architektur und Besonderheiten. Der Hausweg, teils auf Naturpfaden, teils über Asphaltsträsschen mit wenig Verkehr, verläuft teilweise entlang der Lötschberger-Linie Spiez–Zweisimmen, so dass die Möglichkeit besteht die Wanderung abzukürzen (https://fahrplan.bls.ch/).

Wegstrecke Weissenburg-Erlenbach, Talweg ca. 9 km.

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Die steinerne Burg war das Zentrum der Herrschaft der Freiherren von Erlenbach (als „Arlunbach“ erstmals 1133 urkundlich erwähnt). Auf dem Pfrundhubel westlich des Primarschulhauses sind heute noch Teile des Turmfundamentes, der Ringmauer und des Burggrabens sichtbar.
Gedeckte Holzbrücke auf Widerlagern aus rustikal behauenen Kalksteinquadern. Als doppeltes Hängewerk konstruiert, halb abgewalmtes Satteldach mit offenem Dachstuhl, erbaut 1934.
Die gedeckte Holzbrücke quert die Simme, in diesem Bereich Grenze zwischen den Gemeinden Oberwil und Därstetten. Die Brücke wurde 1936 erbaut. Sie ruht auf Widerlagern aus bossierten Kalksteinquadern. Mehrfaches Hängewerk unter Dreiviertelwalmdach. Quer dazu Steinbrücke über den Buuschenbach.
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"Heidehus" (Nr. 429/429A), dendrochronologisch datiert auf 1491/92, mehrfach umgebaut. Das Haus weist über der Frontlaube ein 3,8 m auskragendes Vordach auf, das von einem "Heidenkreuz" und einem durchzäpften Ankerbalken nach Ständerbauweise getragen wird. Die Mischung mit Blockbauelementen ergibt ein archaisches Unikum.
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Das Haus (Nr. 420) wurde um 1771 von Zimmermeister Hans Messerli erbaut, in gepflegter Handwerkstradition mit spätbarockem Gestaltungswillen, mit Ofenhaus, Scheune und Brunnen.
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1630 von Zimmermeister Hans Wolet erbaut, trägt das Haus rot-schwarze Rauten und kleine Antiquainschrift (Nr. 335/335A). Es bildet mit der neu erbauten Scheune einen Paarhof. Beachtenswert die Trauflaube mit Zugang zur Küche.
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Das Haus wurde 1631 von Hans Wolet "dem Jungen" erbaut (Nr. 336/336A). Die Zimmermeisterdynastie Wolet kann bis 1745 (siehe Hausweg 22) verfolgt werden. Die spezifische Zimmermannsmalerei zeigt Lilien, Werkzeug-Schablonenmotive, Antiquainschriften in eigenwilliger Orthographie und rot-schwarzer Fassung des Schnitzwerkes (Wappenschild mit Bär, Kreismotive, Lilien und Breitaxt).
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Das Haus (Nr. 334/334A) wurde 1655 von Stäfen Bärgman, dem bedeutendsten Zimmermeister des 17. Jahrhunderts, für Bendicht Schumacher und Madlena Büler erstellt. Frühe barocke, die ganze Schaufront belebende Verzierungen.

Hinweis: Von Wiler gelangt man über die Hauswegnummer 27A oberhalb der Station Därstetten nach Nidflue (Terrassenweg Hausweg 28 bis 31).
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1756 von Zimmermeister Hans Messerli für Hans und Christen Knutti und deren Ehefrauen gebaut, gilt das "Knuttihaus" (Nr. 47) mit der auffälligen traufseitigen Freitreppe und Eingangstür als berühmtester Simmentalerbau. Vermutlich von Stephan Allenbach bemalt. Untersicht mit Sternenhimmel. Ebenfalls im Originalzustand präsentiert sich die Fensterordnung. Malerei und marmorierte Rafen wurden zuletzt 1980 und 2002 teilweise renoviert. Aus den aufwendigen Inneneinrichtungen sticht die Sonntagsstube mit intarsierten Türen und eingebautem Buffet hervor. Der Solothurner Anton Schwaller malte 1760 die Bilder direkt auf die Flecklingswände.
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Das "Vépyhaus" (Nr. 305) ist eine prächtige Mischkonstruktion. Der Baukörper ist noch der Simmentaler Tradition verpflichtet, aber bereits mit steilem Ründidach überfangen. 1766 erbaut von Zimmermeister Hans Messerli. Bemalter, aber nur teilweise restaurierter Giebel mit Wappen und Dachhimmel.
Rechts davon: "Regezhaus" (Nr. 304), Ständerbau mit Ründi, 2-armige Freitreppe.
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Gasthaus Linde (Nr. 303), traditioneller Ständer-/Blockbau von Hans Messerli für Jacob Schneider, Magdalena Walthart und ihre Kinder.
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Wohnhaus (Nr. 319/319A), seit Mitte 19. Jh. Postgebäude.
Gegenüber die "Krone" (Nr. 309), erbaut in zwei Etappen 1820/40 und um 1880, biedermeierlich verputzter Riegbau unter Walmdach mit intakten Innenräumen aus der Bauzeit.
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"Platzhaus" (Nr. 317) wurde um 1780 auf zweigeschossigem Sockel mit grossem Käsekeller und Salzerwohnung erbaut. Ständer-/Blockbau.
Das Platzhaus bildet mit dem rechtwinklig dazu stehenden Nachbarhaus "Uf em Platz" (Nr. 316/316A), einem ursprünglich reinen Blockbau von 1595, einen kleinen Platz.
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"Agensteinhaus", ehemaliges Bauernhaus, Nr. 321, dendrodatiert 1766, wurde 1869 bis 1881 teilweise als Krankenanstalt genutzt, renoviert 1985, 2012 neu mit Schindeln eingedeckt. Erbaut von Zimmermeister Hans Messerli für Wachtmeister Agenstein, Ständer-/Blockbau, original erhaltener Bretterkamin über rekonstruiertem Feuerhaus. Vollständig erhaltene hohe Stuben und niedrige Gadenräume. Markant gegliedertes und beschnitztes Haus.
Seit 1987 Talmuseum, das eine ausgezeichnete Sammlung zu Talgeschichte, Zimmermannskunst sowie Bergland- und Alpwirtschaft zeigt.